„Der Kern des Glücks: Der sein zu wollen, der man ist“

Was ist Hochsensibilität?

Der Begriff wurde in den 90er Jahren geprägt durch die amerikanische Psychologin Elaine Aron. Sie hat auch die Merkmale bestimmt, mit denen sich Hochsensibiltät definieren lässt. Allgemein versteht man unter Hochsensibilität eine besondere Ausprägung des Nervensystems bezüglich der Verarbeitung von inneren und äußeren Reizen.

Im Gedankenlabyrinth

Dazu zählt in erster Linie eine gründliche Informationsverarbeitung. Das bedeutet beispielsweise, dass Hochsensible meist lange überlegen, bevor sie eine Entscheidung treffen und dabei möglichst viele Aspekte berücksichtigen. Grundsätzlich denken sie viel nach. Manche sind gar ständig in einer Art „Gedankenlabyrinth“ gefangen, sinnieren über Gott und die Welt, über philosophische und spirituelle Fragen. Was sie an Reizen und Informationen aufnehmen, egal ob es reale Ereignisse sind oder Kunst, Musik und Literatur, hinterlässt oft tiefe Spuren in ihnen. Das kann bereichernd und erfüllend sein, aber auch ermüdend und belastend – je nach Art der Reize, die es zu verarbeiten gilt. Auch sind Hochsensible häufig außergewöhnlich empathisch. Sie reagieren mit Mitgefühl auf das Schicksal anderer, egal ob Tiere oder Menschen, einfach weil sie sich gut vorstellen können, wie sich etwas anfühlt.

Gedankenlabyrinth

Ein weiteres Kriterium für Hochsensibilität ist die leichte Erregbarkeit. Hochsensible geraten schnell in einen Zustand, der sich als Überregung oder Nervosität beschreiben lässt. Das kann in Alltagssituationen passieren, die für die meisten Menschen kein Problem darstellen, für Hochsensible aber Stress bedeuten. Ein voller Supermarkt, eine Party mit vielen Menschen, eine lange Konferenz -all das sind Situationen, die für Hochsensible zu einer Belastung werden können, von der sie sich erst erholen müssen. Sinnesreize wie Lärm, grelles Licht oder Körperkontakt, aber auch Gerüche oder Temperaturreize nehmen sie weitaus stärker wahr. Auch Emotionen anderer Menschen oder die Atmosphäre in einem Raum können Hochsensible körperlich spüren – etwa wenn zwischen Personen Spannungen bestehen und Aggressionen unterdrückt werden.

Unser Körper reagiert auf Stress mit der Ausschüttung von Hormonen wie Adrenalin. Früher diente dies dazu, uns in den Flucht- oder Kampfmodus zu versetzen. Zwar bauen sich, lassen die Reize nach, auch die Hormone wieder ab. Anders, wenn der Stress anhält: dann wird das Hormon Cortisol ausgeschüttet, das den Körper in dauerhafte Alarmbereitschaft versetzt und zu chronischen Stresssymptomen führen kann.

Hochsensibilität

Hochsensibilität ist eine Gabe!

15-20 % aller Menschen, so sagen Schätzungen, sind hochsensibel. Man ist also keineswegs allein damit, selbst wenn es sich für den Einzelnen manchmal so anfühlt.
Im Coaching lernst Du, deine Hochsensibilität zu akzeptieren und nicht als Störung, sondern als Qualität zu begreifen. Dabei kann es kann eine große Erleichterung für den Hochsensiblen sein, wenn er erkennt, dass sein Denken und Empfinden auf seiner überdurchschnittlichen Wahrnehmungsfähigkeit beruht. Für Hochsensible ist es dabei wichtig, sich Schutzräume und Rückzugsorte zu schaffen, in denen sich das Nervensystem wieder regenerieren kann und diesen Anspruch auch nach außen zu vertreten.